digitalwandler

den digitalen Wandel im Unternehmen begleiten, befruchten und gestalten

Das Sense-Making-Modell Cynefin von D.Snowden

Beim Cynefin-Modell, das David Snowden 2000 präsentiert hatte, geht es darum, wie komplexe, einander überlagernde Organisationsformen, die auch immer einen charakteristischen Wissensort darstellen, in einem Unternehmen zusammenwirken. Das Cynefin-Modell ist ein Instrument der Organisationsanalyse und -optimierung und ermöglicht gemäß Schütt frühzeitig, Blockaden in der strategischen Entwicklung einer Organisation zu erkennen.

Das Cynefin-Modell beinhaltet 5 Organisationsformen, die eine Art „Räume des Wissens“ mit Wissensmerkmalen, sozikulturellen und strukturellen Denkschemata, Verhaltensmustern und Organisationsformen darstellen.

  • bekannt:
    Umfaßt die Domäne der offiziellen Organisation und des Managements, ist strukuturiert (das Tatsächliche) regelt Abläufe (process reengineering) stellt Ordnungen her (beewerten, kategorisieren)
  • wissbar:
    Umfasst die Domäne der Fachleute und Experten, häufig in communities of practice (CoP) organisiert, logisch-professionelles Denken (das Denkbare), analysiert Zusammenhänge (Systemdenken) und bewertet (bewerten, analysieren)

Diese beiden Domänen auf der rechten Seite sind die Räume der Ordnung, viele Wissensmanagementprojekte befassen sich nur mit diesen beiden Wissensräumen. Ebenso wichtig sind aber diese beiden Domänen auf der linken Seite, die Räume der Unordnung:

  • chaotisch:
    Umfasst die Domäne der wirklichen Innovation, ohne sichtbare Beziehung zwischen Ursache und Wirkung (das unbegreifliche), Störzone, häufig Krisenmanagement notwendig, charismatische oder unbequeme einzelgänger (handeln, bewerten)
  • komplex:
    Umfasst den Bereich der informellen Organisation und der sozialen Netzwerke (das Mögliche), agiert selbstbestimmt, orientiert sich an Wissens- und Verhaltensmustern (probieren, bewerten)

Die fünfte Domäne ist der leere Bereich in der Mitte: der Raum der Unklarheit

Für den Erfolg eines Unternehmens müssen alle Wissensräume (Domänen) in einem für das Unternehmen richtigen Gleichgewicht stehen.
Changeprozesse, ausgelöst durch externe und interne Faktoren, zwingen die Organisation zu lern- und Verhaltensänderungen, d.h. Verschiebungen zwischen den den Domänen und zu Grenzübergängen. Mit Hilfe des Cynefin-Modells können verschiedene Arten von Übergängen besser verstanden und optimiert werden, sodaß auch die zugehörigen Wissensprozesse sich mitentwickeln. Im Unterschied zu anderen Modellen, die Komplexität auf Schemata reduzieren, arbeitet das Cynefin-Modell gerade mit der Komplexität  solcher Wissensveränderungsprozesse im Unternehmen.

Aufgrund von Erfahrungen aus der Praxis entwickelt sich das Modell auch kontinuierlich weiter; die hier gezeigte Abbildung stellt also eine Momentaufnahme dar.

Modelle dienen grundsätzlich der Orientierung und stellen Beziehungen und Zusammenhänge zwischen korrelierenden Faktoren dar. Modelle können deshalb als Visualisierungen eines momentanen Wissenstandes betrachtet werden. Insofern ist das sich dynamisch verändernde Cynefin-Modell ein Ausdruck des aktuellen Erkenntnisstandes im Wissensmanagement: Es ist also oftmals ein bisschen komplizierter, als es Management und Berater gerne hätten.

 

Links:

  • http://en.wikipedia.org/wiki/Dave_Snowden
  • Emergence: Complexity  http://www.amazon.de/Emergence-Complexity-Organization-2005-Annual/dp/0976681439/ref=sr_1_2?s=books-intl-de&ie=UTF8&qid=1371487330&sr=1-2

 

knowledgemodellsystemischtheorieUnternehmen

Michael Ginolas • 17. Mai 2012


Previous Post

Next Post

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published / Required fields are marked *