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Theoriesammlung: Bausteine Modell nach Probst/Römhardt/Raub

Für das Wissensmanagement Modell „Bausteine des Wissensmanagement“ wurden reale Problemstellungen als Grundlage für das Konzept untersucht und gruppiert. Es ergaben sich daraus sechs Kernprozesse des Wissensmanagement, die untereinander in direkter Beziehung zueinander stehen. Der Eingriff in einen der Kernprozesse führt daher auch zu Konsequenzen bei den anderen Prozessen.

Zu den sechs Kernprozessen des Wissensmanagements zählen Wissensidentifikation, Wissenserwerb, Wissensentwicklung, Wissens(ver)teilung, Wissensbewahrung und Wissensnutzung. Durch das Bestimmen von Wissenszielen und eine Bewertung des Wissens kann ein Regelkreis konstruiert werden.

  • Wissensziele
Das Erkennen von Wissenszielen wird zu Beginn des Kreislaufes durchgeführt und dient später als Grundlage für die Überwachung und Durchführung des Wissensmanagements. Sie nehmen Bezug auf wissensbezogene Ziele des Unternehmens und machen das Ergebnis des Wissensmanagements überprüfbar.
  • Wissensidentifikation
Durch Wissensidentifikation wird versucht ein Überblick über vorhandenes Wissen im internen und externen Bereich zu erhalten. Dabei wird das Wissen analysiert und dokumentiert.
  • Wissenserwerb
Hierbei wird Wissen aus externen Quellen importiert. Dazu zählt die Aneignung von Wissen durch externe Wissensträger, Kooperationen mit anderen Unternehmen, Kooperation mit Kunden und Lieferanten und der Kauf von Wissensprodukten.
  • Wissensentwicklung
Zentrale Aufgabe ist die Entwicklung neuer Fähigkeiten, neuer Produkte, besserer Ideen und leistungsfähigerer Prozesse. Es soll noch nicht vorhandenes internes Wissen geschaffen werden. Es muss allerdings abgewogen werden, ob dieses Wissen nicht auch günstiger durch externe Quellen erlagt werden kann.
  • Wissens(ver)teilung
Grundvoraussetzung ist das Vorhandensein von Wissen. Dies kann auf die Wissensentwicklung oder des Wissenserwerb zurückgeführt werden. Ziel ist es das Wissen organisationsweit nutzbar zu machen. Zu diesem Zweck müssen interne und externe Wissensbestände für die Nutzer erkennbar und auffindbar sein.
  • Wissensbewahrung
Im Zentrum der Wissensbewahrung steht die Aufarbeitung, Speicherung und Aktualisierung der organisationalen Wissensbasis. Dadurch soll sichergestellt werden, dass eine weitere Nutzung des erworbenen Wissens möglich ist und dadurch kein Wissensverlusten des Unternehmen vorkommen kann.
  • Wissensnutzung
Bei der Wissensnutzung steht die produktive Anwendung des vorher erworbenen Wissens im Vordergrund. Wissensmanagement muss einen Rahmen schaffen, in dem die Nutzung des Wissens erleichtert wird, da Barrieren bestehen, die die Nutzung erschweren. In allen Wissensmanagement Bausteinen müssen die Bedürfnisse der Nutzer berücksichtigt werden, damit eine effiziente Nutzung des Wissens stattfinden kann.
  • Wissensbewertung
  • Zur Wissensbewertung müssen Methoden und Instrumente im Unternehmen zur Verfügung stehen, um die Erreichung der Wissensziele zu überprüfen. Aufgrund der ermittelten Ergebnisse können neue Ziele definiert oder bestehende Ziele überarbeitet werden.

 

 

  • mein Unbehagen:
    Der Wissensmanagementansatz von G. Probst kann in der Unternehmenspraxis nur begrenzt benutzt werden: er zeigt die Bausteine, erklärt jedoch nicht, wie diese Maßnahmen umgesetzt werden können. Um aus diesem formalen Gerüst ein in der Praxis funktionierendes Konzept zu machen, braucht man nicht nur eine gezielte Gestaltungsarbeit, sondern vor allem das Verständnis von den tiefliegenden Problemen des Wissen im Unternehmen (explizites/implizites Wissen) sowie von den Zusammenhängen zwischen dem individuellen und organisationalen Wissen, die in der Theorie von Probst außer Sicht bleiben. Ein weiterer Problempunkt ist die Bewertung des Wissens als nicht-monetärer Größe, die nur bedingt quantitativ gemessen werden kann. Als Instrument zur Bewertung der Wissensziele könnte zum Beispiel die Balanced Scorecard benutzt werden.
    Auch bin ich bei allen Theorien skeptisch, welche von einem Wissensbegriff ausgehen, der klar zwischen expliziten und impliziten Wissen trennt.

 

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Michael Ginolas • 6. Mai 2012


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